YES! - Thema 2020

Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt: Wie können wir die Integration von Geflüchteten stärken?

In den vergangenen Jahren sind über eine Million Menschen nach Deutschland gekommen, um Asyl zu beantragen. Es sieht momentan danach aus, als ob die meisten von ihnen in absehbarer Zeit nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren werden. Aus ökonomischer Sicht spricht vieles dafür, dass Menschen, die längerfristig in Deutschland leben werden, so schnell und gut wie möglich in den Arbeitsmarkt integriert werden sollten: Nur wenn Geflüchtete Arbeit haben, zahlen sie Beiträge in die Sozialkassen. Ganz davon abgesehen sorgt eine Arbeitsstelle für höhere persönliche Zufriedenheit, einen schnellen Spracherwerb und Kontakte zu Einheimischen.

Aktuelle Zahlen belegen, dass zwar immer mehr Geflüchtete in Deutschland Arbeit finden, ein großer Teil aber nach wie vor große Schwierigkeiten hat, dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei hat sich der deutsche Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren gut entwickelt und machen sich Firmen eher Sorgen darüber, wie sie auch in Zukunft genug Arbeitskräfte finden können. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, besser zu verstehen, welche Zugangswege zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete die besten Aussichten auf Erfolg haben und was die größten Hindernisse für Integration sind. Basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahre sind innovative Ansätze gefragt, wie die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten auch in Zukunft erfolgreich gestaltet werden kann.

Allgemein:
– Welche unterschiedlichen Akteure spielen in eurer Stadt/Region bei der Integration von Geflüchteten eine Rolle? Wie können sie sich jeweils einbringen und welchen Schwierigkeiten begegnen sie? Was könnte man lokal verbessern und wie ließe sich das auch auf andere Regionen ausweiten?

Konkreter:
– Wie können Unternehmen schnell und einfach erfahren, welche Fähigkeiten Geflüchtete mitbringen, wenn keine aussagekräftigen Zeugnisse vorliegen?
– Wie können Geflüchteten (und Unternehmen) einfacher Informationen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Lage auf dem Arbeitsmarkt erhalten?
– Wie kann der Spracherwerb von Geflüchteten und der Erwerb von deutschen Schulabschlüssen gefördert werden?
– Wie können Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe sich auf Geflüchtete einstellen, die zwar praktische Fähigkeiten mitbringen, aber kaum Erfahrungen im deutschen Bildungssystem haben?

Bundeszentrale für politische Bildung:
o Dossier zum Thema Migration: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/

OECD:
o Vielfältige Infos und Studien zu Migration und Integration aus einer internationalen Perspektive: http://www.oecd.org/berlin/themen/migration-integration/
o Eine gute Übersicht zu Deutschland: http://www.oecd.org/berlin/publikationen/Arbeitsmarktintegration-von-Fluechtlingen-in-Deutschland-2017.pdf
Bundesagentur für Arbeit:
o Bietet die zuverlässigsten Zahlen zu Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt
o Ein guter Überblick über Daten zu Fluchtmigration und Integration: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Statistische-Analysen/Statistische-Sonderberichte/Generische-Publikationen/Fluchtmigration.pdf

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
o Monatlicher Zuwanderungsmonitor analysiert Zuwanderung, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit von verschiedenen Migrantengruppen https://www.iab.de/de/daten/zuwanderungsmonitor.aspx
o Weitergehende Analysen zur Arbeitsmarktintegration, z.B. https://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/kb2518.aspx

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer der YES!-Teams und Autoren des Themenvorschlags:

Katrin Sommerfeld

Dr. Katrin Sommerfeld ist seit 2017 für den ZEW-Forschungsbereich „Arbeitsmärkte und Personalmanagement“ tätig und ist Ansprechpartnerin für den Forschungsschwerpunkt „Arbeitsmarktintegration und Immigration”. Sie beschäftigt sich mikroökonometrisch insbesondere mit Fragen der Migrationsforschung am Beispiel der aktuell großen Zahl an fliehenden Menschen, die nach Deutschland und Europa kommen. Ihre Promotion zum Thema „Wage Inequality and Employment in the German Labor Market“ schloss sie im Jahr 2013 erfolgreich ab.

YES!-Themen von Katrin Sommerfeld

Paul Berbée

Paul Berbée ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im ZEW- Forschungsschwerpunkt „Arbeitsmarktintegration und Immigration“ tätig. Er beschäftigt sich insbesondere mit der Integration von Migranten/-innen und den Auswirkungen von Zuwanderung auf europäische Arbeitsmärkte. Seine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Arbeitsmarktökonomie, Migration und Entwicklungspolitik. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er im Jugendbeschäftigungsprogramm der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) in Genf.

YES!-Themen von Paul Berbée

2019-11-18T10:49:01+01:00