YES! - Thema 2019

Wie könnte ein fairer Lastenausgleich zwischen den Generationen aussehen, wenn es immer mehr ältere Leute und weniger junge gibt

Aufgrund fallender Geburtenraten und steigender Lebenserwartung erhöht sich die Zahl älterer Menschen in vielen wohlhabenden Ländern spürbar. Gleichzeitig fällt der Anteil junger Menschen an der Gesamtbevölkerung. Die Bevölkerungsalterung ist in Deutschland besonders ausgeprägt, da die Geburtenraten bereits seit einigen Jahrzehnten niedrig sind. Ein steigender Anteil von älteren Menschen stellt die Politik allerdings vor einige Herausforderungen. Insbesondere die öffentliche Altersabsicherung könnte unter Druck geraten da sie derzeit nach dem sogenannten Umlageprinzip finanziert ist. Das bedeutet, die derzeitigen Rentner werden von der aktuell arbeitenden Bevölkerung finanziert.

Wenn es in Zukunft immer mehr Rentner aber immer weniger Menschen gibt, welche diese Sozialleistungen bezahlen, stellt sich die Frage wie die Rente in Zukunft finanziert werden soll.
Grundsätzlich bestehen eine Reihe von Möglichkeiten das Rentensystem zu stabilisieren. So könnten unter anderem die Beitragssätze angehoben, das Rentenniveau reduziert oder das gesetzliche Rentenalter erhöht werden. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe anderer Vorschläge wie beispielsweise eine noch stärkere Steuerfinanzierung der Rente. Aktuell lotet die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ mögliche Reformoptionen aus und soll damit das Fundament für einen neuen Generationenvertrag zu schaffen.

Warum sind staatliche Rentenversicherungssysteme überhaupt entstanden? Wie unterscheiden sich die Rentensysteme zwischen den Staaten? Sollte das deutsche Rentensystem etwas von diesen Systemen übernehmen?
Was sollte die Politik tun, um die finanziellen Herausforderungen des demografischen Wandels zu meistern? Wer würde von den Reformen profitieren und wer verlieren?
In der öffentlichen Debatte wird im Zuge des demografischen Wandels manchmal vor der Entstehung einer Gerontokratie gewarnt. Haltet ihr das für ein bedrohliches und realistisches Szenario? Was kann man dagegen tun?
Sollten Kinderlose mehr in die Rentenversicherung einzahlen als Menschen mit Kindern und warum (nicht)? Sollte für die Rentenhöhe relevant sein, dass wohlhabende Personen länger leben als ärmere?

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (2014): Die Zukunft des Generationenvertrags: Wie sich die Lasten des demografischen Wandels gerechter verteilen lassen.
https://www.berlin-institut.org/publikationen/
discussion-papers/die-zukunft-des-generationenvertrags.html

Bertelsmann Stiftung (2014) Generation Wahl-O-Mat: Fünf Befunde zur Zukunftsfähigkeit der Demokratie im demographischen Wandel
https://www.bertelsmann-stiftung.de/en/
publications/publication/did/
generation-wahl-o-mat/

OECD (2013), Pensions at a Glance 2013: OECD and G20 Indicators, OECD Publishing.
http://dx.doi.org/10.1787/pension
_glance-2013-en

Sachverständigenrat zur Begutachtung der Gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2011). Herausforderungen des demografischen Wandels. Expertise im Auftrag der Bundesregierung.
https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/
fileadmin/dateiablage/Expertisen/
2011/expertise_2011-demografischer-wandel.pdf

Werding, Martin. Rentenfinanzierung im demographischen Wandel: Tragfähigkeitsprobleme und Handlungsoptionen. No. 05/2016. Arbeitspapier, Sachverständigenrat zur Begutachtung der Gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 2016.
https://www.sachverstaendigenrat-
wirtschaft.de/fileadmin/
dateiablage/gutachten/jg201617/
arbeitspapiere/arbeitspapier_
05_2016.pdf

Auerbach, Alan J., Jagadeesh Gokhale, and Laurence J. Kotlikoff. “Generational Accounting: A Meaningful Way to Evaluate Fiscal Policy.” Journal of Economic Perspectives 8, no. 1 (March 1994): 73 -94.

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Philipp Jäger

Philipp Jäger ist seit April 2014 als Wissenschaftler und Doktorand im RWI-Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung tätig. In seiner Doktorarbeit beschäftigt er sich mit den Auswirkungen und Determinanten des demografischen Wandels. Philipp studierte Volkswirtschaftslehre in Leipzig, Göttingen, Irland und Südkorea.

2018-12-04T12:38:15+00:00