YES! - Thema 2020

Wie kann ich mir meine Mobilität in der Stadt und auf dem Land ohne eigenes Auto vorstellen?

Verkehr ist seit einigen Jahren wieder auf der Agenda der Tagespolitik. Es wird sogar über eine „Verkehrswende“ diskutiert. Mehr und mehr rückt ins Bewusstsein, dass mit über 47 Mio. zugelassenen Pkws die Grenzen der Belastbarkeit erreicht sind. Doch wie sehen die Alternativen jenseits des privaten Autos aus? Für viele Jahre galt die Formel, dass Zugang und sozialer Aufstieg eng mit der Verfügbarkeit von immer größeren und leistungsfähigeren Fahrzeugen verbunden war. Dabei ist dieser Zustand das Resultat von Politik. Straßen mussten gebaut, Rechtsordnungen geschaffen, eine Bau- und Raumgestaltung, die die Bevorrechtigung im Straßenverkehr sicherstellt, angepasst und Finanzierungs- und Steuermodelle zur Popularisierung des Autos etabliert werden. Das ungehinderte Fahren und Abstellen von privaten Autos, ganz gleich ob auf dem Land oder in der Stadt, ist also keineswegs entstanden, sondern absichtsvoll und aktiv erzeugt worden.

Aber ist das heute wirklich noch so? Begreifen wir das Auto als einen wichtigen Teil unserer familiären Welt, eng verbunden mit dem eigenen Häuschen und dem eigenen Garten? Oder steht das eigene Auto als Symbol für einen Traum vom gelungenen Leben, der längst ausgeträumt ist?

Zunächst ist zu konstatieren: Selbst wenn die Liebe zum Automobil erkaltet oder gar erloschen ist, ist für die Mehrheit der (älteren) Bevölkerung ein Leben ohne eigenes Auto schwer vorstellbar. Aber wie sieht das für junge Menschen aus? Wie sieht die Welt oder die Stadt oder das Land ohne das private Auto aus? Fahren dann nur noch Busse im Minutentakt und automatisiert? Gehen wir mehr zu Fuß? Ist das Fahrrad das Hauptverkehrsmittel? Oder können wir uns etwas ganz Anderes, völlig Neues vorstellen?

Welche Rolle kann die Digitalisierung dabei spielen?
Welche Mobilitätskonzepte spielen eine Rolle?
Welche Verkehrsmittel sind im Einsatz?
Welche unterschiedlichen Herausforderungen ergeben sich für die Stadt und das Land?
Wie sehen die Stadt und das Land, Straßen, Plätze usw. ohne privates Auto aus?
Wie bewegen sich z.B. Schüler dann fort?
Wie kann diese neue Mobilität ohne Auto visualisiert werden?

Weert Canzler / Andreas Knie / Lisa Ruhrort / Christian Scherf
Erloschene Liebe? Das Auto in der Verkehrswende
Soziologische Deutungen
2018-09-13, 174 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4568-6

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer der YES!-Teams und Autoren des Themenvorschlags:

Andreas Knie

Foto: (c) Innoz

Andreas Knie ist Politikwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Hochschullehrer an der TU Berlin und Leiter der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik am WZB. Seine Forschungsfelder sind die Wissenschaftsforschung, Technikforschung und Mobilitätsforschung. Er war Bereichsleiter für Intermodale Angebote und Geschäftsentwicklung der Deutschen Bahn AG und Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel GmbH (InnoZ).

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Juliane Haus

Juliane Haus studierte Soziologie technikwissenschaftlicher Richtung an der Technischen Universität Berlin, an der sie ebenfalls promovierte. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Technik-, Wissens- und Wissenschaftssoziologie sowie der innovativen Methodenentwicklung. In den letzten Jahren arbeitete sie in verschiedenen interdisziplinären Projekten mit Verwaltungs-, Wirtschafts- und PolitikwissenschaftlerInnen zusammen. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am WZB.

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Julia Epp

Julia Epp studierte Natural Ressource Management an der Humboldt-Universität zu Berlin (M.Sc.) sowie Politikwissenschaft- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz (B.A.). Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, unter anderem im Kopernikus-Projekt „P2X“ und im Projekt “Aktive Mobilität”. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die sozialwissenschaftlichen Dimensionen der Sektorenkopplung, insbesondere Konzepte der Energie- und Verkehrswende sowie die Akzeptanz von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

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Anke Borcherding

Anke Borcherding forscht am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung zu den Themen ländliche und urbane Mobilität, Elektromobilität, Sharing-Angebote, Innovationen. Zuvor leitete sie bei der Deutschen Bahn im Rahmen der Modellregionen und Schaufenster Elektromobilität die e-Car- und Bike-Sharing-Projekte und arbeitete am Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel und der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft.

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2019-11-20T09:30:08+01:00