YES! - Thema 2020

Wie kann die Schule Jugendliche besser auf das Berufsleben vorbereiten?

Die Bedeutung von Kompetenzen im Arbeitsleben, die über das reine Rechnen, Lesen oder Verstehen von wissenschaftlichen Konzepten hinausgehen, hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen (Brunello and Schlotter, 2011 und nd Piopiunik, Schwerdt, Simon und Woessmann 2019). Arbeitgeber*innen suchen immer mehr nach etwas “Besonderem” auf dem Lebenslauf von Bewerber*innen, da weitaus mehr die fachliche Qualifikation aufweisen, als es Stellen gibt. Sogenannte weiche Faktoren, also soziale Kompetenzen wie unter anderem Team- und Kritikfähigkeit, Toleranz und Umgangsstil, sind Arbeitgeber*innen aber mindestens genauso wichtig.
Dies gilt für viele Bereiche sowie Sektoren, da diese so genannten „Soft Skills“ sowohl das Klima beim Arbeiten in Teams als auch die eigene Zufriedenheit im Job und die Effizienz des Arbeitens, z.B. beim Strukturieren und Lösen von Arbeitsaufgaben, verbessern können.
Eine entscheidende Frage dabei ist jedoch: wer kann solche Fähigkeiten vermitteln? Ist die Schule dafür verantwortlich? Bislang gibt es in Deutschland jedoch kein einheitliches Vorgehen und die Vermittlung von Soft Skills hängt oft vom Engagement des einzelnen Lehrers ab. Zudem lassen die vollen, auf fachliche Themen bezogenen Lehrpläne oft keine Zeit für mehr.
Hier werden also neue Konzepte benötigt. Schüler*innen sind dabei besonders nah am Thema, da sie sowohl diejenigen sind, die diese neuen Herausforderungen am Arbeitsmarkt bewältigen müssen als auch den besten Einblick in das haben, was die Schule bereits gewährleistet und wo noch Verbesserungsmöglichkeiten sind.

Welche Soft Skills sind im Beruf wichtig und warum? Wer kann solche Fähigkeiten vermitteln? Ist die Schule dafür verantwortlich? Oder doch eher das Elternhaus? Wo und wie können Schulen bei der Vermittlung sozialer Kompetenzen behilflich sein? Ab welchem Punkt riskiert man Einbußen beim Lehren der immer noch sehr wichtigen kognitiven Fähigkeiten wie Mathematik oder Lesen? Sollte die Vermittlung von Soft Skills ein eigenes Schulfach sein? Wo können solche Maßnahmen zur Förderung von „Soft Skills“ konkret integriert werden? Wie können Schüler*innen davon am besten profitieren? Wie müssten Lehrer auf diese neue Herausforderung vorbereitet werden? Oder wäre es besser, diese Fähigkeiten von Schulexternen vermitteln zu lassen?

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer der YES!-Teams und Autoren des Themenvorschlags:

Sarah Kersten

Foto: (c) ifo Institut

Dr. Sarah Kersten ist Forschungsprojektmanagerin am ifo Zentrum für Bildungsökonomik in München. Ihre Dissertation schrieb sie in Soziologie, über Geschlechterungleichheit. Jetzt liegt ihr Fokus auf Bildungsungleichheiten und Mentoring als ein Mittel zu deren Reduzierung.

YES!-Themen von Sarah Kersten

Lavinia Kinne

Foto: (c) ifo Institut

Lavinia Kinne ist Doktorandin am ifo Institut in München im Bereich Bildungsökonomik. Ihre Forschungsinteressen liegen hauptsächlich im Bereich Geschlechterunterschiede sowie der Relevanz von Bildung auf dem Arbeitsmarkt, sie forscht aber auch zu internationalen Vergleichen von Bildungssystemen.

YES!-Themen von Lavinia Kinne

2019-11-06T13:12:28+01:00