YES! - Thema 2019

Wer braucht Banken? Oder: Regt das Finanzwesen das Wirtschaftswachstum an?

Lassen Sie mich diese Fragestellung erklären. Es wird im Bereich der Wirtschaft viel über den Finanzsektor – Banken und Finanzmärkte – und dessen Relevanz und Funktion diskutiert. Einige Befürworter argumentieren, dass ein großer Finanzsektor wichtig ist, da insbesondere die Banken wichtige Dienste erbringen – z. B. das Erfassen und Verarbeiten von Informationen – durch die Innovation und Wirtschaftswachstum ermöglicht werden. Andere argumentieren, dass der Finanzsektor zu groß ist, da Innovationen von Seiten der Firmen kommen und die Finanzierung nur ein Mittel zum Zweck ist, um auf diesen Innovationen basierende neue Produkte zu ermöglichen. Im Verlauf der letzten zehn Jahre wurde im Hinblick auf den Nutzen und die Größe der Finanzmärkte viel geforscht, da die Rettung des globalen Finanzsektors und die damit verbundenen Kosten viele Entscheidungsträger, Regulierungsbehörden und ganze Länder in Bedrängnis gebracht und Konsequenzen wie die europäische Schuldenkrise nach sich gezogen haben, die Politikern und Regulierungsbehörden in Europa noch immer Probleme macht.

Gleichzeitig kommen neue Finanzdienstleistungen und Produkte für Firmen und Privatpersonen, wie Finanztechnologien (Fintechs), Banking über das Telefon/Smartphone und/oder Kryptowährungen (basierend auf der Blockchain-Technologie), auf den Markt und stellen möglicherweise eine Herausforderung für bestehende Institutionen, wie Banken und die Finanzmärkte, dar. Auch fallen sie möglicherweise in den Fokus von Regulierungsbehörden. Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen, umfassen:
i) unterscheiden sich diese (neuen Finanzinstitutionen und Dienstleistungen) im Hinblick auf die Effizienz bei der Bereitstellung von Finanzierungen (und den Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum) von den Banken,
ii) werden sie die Leistungen der Banken ersetzen oder ergänzen (und werden sie von Banken möglicherweise bereits integriert),
iii) müssen sie bezüglich Regulierung und Überwachung gleich behandelt werden?

In Anbetracht dieser Fragen bestehen die folgenden Herausforderungen:

1. Welche Pros und Kontras gibt es im Hinblick auf diese neuen Finanzinstitutionen und Dienstleistungen?

2. Welche Auswirkungen haben sie möglicherweise auf Privatpersonen, Firmen und das Wirtschaftswachstum?

3. Wie können sie in bestehende Finanzsysteme integriert werden, um deren Einfluss zu maximieren?

4. Müssen sie reguliert werden? Und falls ja, wie sollten solche Regelungen aussehen?

Was tun Banken?
Warum werden Banken reguliert?
Wie kann der Finanzsektor das Wirtschaftswachstum anregen?
Was sind Finanztechnologie-Unternehmen (Fintechs)?

Foto: pxhere.com

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer der YES!-Teams und Autor des Themenvorschlags:

Felix Noth

Dr. Felix Noth wurde 2014 Juniorprofessor für Banken und Finanzsysteme an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und begann seine Forschungen am IWH. Dort ist er Stellvertretender Leiter der Abteilung Finanzmärkte und Leiter der Forschungsgruppe “Innovationen im finanz- und realwirtschaftlichen Sektor”. Er forscht zu den Themen empirische Bank- und Finanzwirtschaft.

YES!-Themen von Felix Noth

2018-11-12T16:02:45+00:00