YES! - Thema 2019

Wie viel ist genug? Kriterien zur Bemessung des sozioökonomischen Existenzminimums

Sehr häufig hört man, dass sich in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet, dass die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer würden. Gerade die sozialpolitischen Reformen der letzten Jahre wie Hartz IV oder die Rentenreformen hätten dazu beigetragen, dass die Armut deutlich angestiegen sei und Deutschland als eines der reichsten Länder der Welt wieder ein spürbares Armutsproblem habe.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Stimmen die behaupten, dass es in Deutschland gar keine Armut gibt. Denn in der Sozialen Marktwirtschaft hat der Staat die Aufgabe, Armut zu bekämpfen und allen Gesellschaftsmitgliedern ein menschenwürdiges Existenzminimum zu garantieren. Dies wird in Deutschland durch das System der sozialen Grundsicherung sichergestellt. Die Empfänger von Leistungen der sozialen Grundsicherung können somit nicht als “arm” bezeichnet werden, da sie alle Mittel erhalten, die für eine Teilname am gesellschaftlichen Leben für notwendig gehalten werden. Außerdem sei es gar nicht möglich, ein Subsistenzminimum objektiv zu ermitteln, da es für die Bestimmung von Mindeststandards keine hinreichend ausgearbeitete ethische Theorie gibt.

Es stellt sich daher die Frage, was unter Armut in einem entwickelten Sozialstaat zu verstehen ist und wie sich die Armut in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich entwickelt hat. Die Herausforderung besteht darin, aktuelle Theorien sozialer Gerechtigkeit auf diese Frage hin zu untersuchen, Indikatoren für die Messung von Armut zu bestimmen und die Entwicklung der Armut sowie ihrer Determinanten darzustellen.

Was ist unter Armut in einem entwickelten Sozialstaat zu verstehen?
Wie lässt sich eine suffizientaristische Ethik operationalisieren und welche Indikatoren stehen zur Verfügung, um Mindestbedarfe zu messen?
In welcher Beziehung stehen die Konzepte Armut, materielle Deprivation und soziale Exklusion?
Wie haben sich die unterschiedlichen Armutsindikatoren in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt und welche wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen haben diese Entwicklung beeinflusst?
Gibt es bestimmte soziale Gruppen die in besonderer Weise von Armut bedroht sind (Kinder, Rentner)?

Foto von Pixabay.de

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer der YES!-Teams und Autoren des Themenvorschlags:

Prof. Dr. Jörg Althammer ist seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik und Sozialpolitik an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Gleichzeitig wurde er ernannt zum zum Direktor des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG).

Althammer ist Fachgutachter des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) und Berater der Kommission für wirtschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz. Er war von 2001 bis 2012 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesfamilienministerium.

Sein Forschungschwerpunkt liegt auf Problemlösungen der nächsten Generation.

YES!-Themen von Jörg Althammer

Prof. Dr. Jörg Althammer ist seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik und Sozialpolitik an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Gleichzeitig wurde er ernannt zum zum Direktor des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG).

Althammer ist Fachgutachter des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) und Berater der Kommission für wirtschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz. Er war von 2001 bis 2012 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesfamilienministerium.

Sein Forschungschwerpunkt liegt auf Problemlösungen der nächsten Generation.

YES!-Themen von Jörg Althammer

2018-11-12T16:05:00+00:00