Postwachstumsgesellschaft – Wie kriegen wir Alle ins Boot?

Unterstützt durch unseren wissenschaftlichen Partner Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim und den Forscher Michael Hellwig.

Unsere auf stetes Wachstum ausgerichtete Wirtschaftsweise ist nicht zukunftsfähig. Sie überlastet die Ökosysteme, von denen wir abhängig sind: die Regenerationsfähigkeit der Meere, Böden und Grundwasservorkommen, die Stabilität des Erdklimas und die biologische Artenvielfalt. Wir stoßen an die ökologischen Grenzen des Wachstums.

 

Anstatt aus Kohle, Öl oder Gas muss die Menschheit ihren Energiebedarf künftig aus erneuerbaren Energiequellen decken. Das geht aber weit über den Stromverbrauch von Haushalten oder Firmen hinaus. Die meisten unser täglichen Gebrauchs- und Konsumgüter bestehen aus nicht-nachwachsenden Rohstoffen. Kunststoffe werden aus fossilen Brennstoffen hergestellt; die Technik im Smartphone funktioniert nicht ohne die buchstäblich seltenen Erden.

 

Der Produktionsprozess an sich ist aber ebenfalls energieaufwändig. Doch selbst wenn es gelingt, die dabei verbrauchte Energie zu reduzieren, beobachtet man oft, dass einfach mehr produziert wird. Das Produkt wird scheinbar billiger und wird daher stärker konsumiert (Rebound-Effekt). Eine Antwort auf die Frage, warum unsere Wirtschaft so sehr auf Wachstum ausgerichtet ist, ist also auch bei uns Konsumenten zu suchen. Warum wollen wir immer das Neueste und Komfortabelste haben? Warum berücksichtigen wir selten, wo und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde?

 

Die gute Nachricht ist: Das Problem ist bereits erkannt. Es gibt Vordenker, die sich Gedanken machen über eine Gesellschaft, die auch ohne stetes Wachstum auskommt. Auch gibt es konkretere Ideen zur Ausgestaltung einer solchen Postwachstumsgesellschaft: Urban Gardening, Regionalwährungen, bedingungsloses Grundeinkommen oder die Rückbesinnung auf lokal produzierte Nahrungsmittel – um nur ein paar zu nennen.

 

Eine solche gesellschaftliche Transformation wird allerdings überwiegend von der jüngeren Generation diskutiert. Häufig sind es Aktionen von Studierendengruppen an Hochschulen, die erfolgreich versuchen, andere Studierende für diese Thematik zu sensibilisieren. Auch ist es weniger kompliziert, Kinder in Schulen zu erreichen (wie bspw. durch YES!).

 

Ohne Frage: Für einen gesellschaftlichen Wandel ist eine aufgeklärte junge Generation unerlässlich. Doch ehe diese Generation in Positionen mit wirklicher Entscheidungsmacht kommt, vergeht Zeit. Die Zeit ist aber knapp. Ein Weiter-So mit dem jetzigen Ressourcenverbrauch ist bedenklich. Um allen Menschen auf der Erde den westlichen Lebensstandard zu ermöglichen bräuchten wir weit mehr Ressourcen als unser Planet hergibt.

 

Eine wesentliche Frage für ein Umdenken bzw. für einen bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen ist daher: Wie erreichen wir die älteren Generationen? Es geht dabei einmal um den Kanal mit der besten Reichweite. Von zusätzlicher Bedeutung ist aber auch die Botschaft. Wie kann man den Menschen einen reduzierten Ressourcenverbrauch/Konsum schmackhaft machen? Ist ein simpler Appell an die Vernunft ausreichend? Genügt es aufzuzeigen, dass man damit Geld sparen kann? Bzw. wird das so Gesparte nicht wieder für andere ressourcenverbrauchende Dinge ausgegeben?

Literatur

 

Eine Auswahl an Literatur wurde vom Team der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft in folgender Liste gesammelt. Weitere Informationen und Literatur können bei EconBiz recherchiert werden. Recherche Tipps wurden hier zusammengestellt.

YES! Team

 

Logo Geschwister-Scholl-Gymnasium Stuttgart

Das Thema “Postwachstumsgesellschaft – Wie kriegen wir Alle ins Boot?” kann durch die YES! Teams der Region Süd-West als YES! 2017 Thema ausgewählt werden.

 

Das Thema wurde in diesem Jahr von den Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasium Stuttgart ausgewählt. Mehr zum Team erfahren Sie auf der Profilseite des YES! 2017 Teams des Geschwister-Scholl-Gymnasium Stuttgart.

Wissenschaftlicher Partner

 

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das Thema “Postwachstumsgesellschaft” wurde von den Forschenden des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim vorgeschlagen. Die YES! Teams werden beraten durch den Forscher Michael Hellwig.

Träger

Das YES! – Young Economic Summit ist ein gemeinsames Projekt der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft aus Kiel und der Joachim Herz Stiftung aus Hamburg.

 

Die ZBW ist das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur und bestens aufgestellt, um Schülerinnen und Schülern Informationskompetenz zu vermitteln und mit Information zu versorgen.

 

Die Joachim Herz Stiftung ist wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral. Sie verfügt über große Erfahrung bei der Konzeption und Durchführung von Projekten für junge Menschen, gerade im Bereich der ökonomischen Bildung.

Logo Joachim Herz Stiftung

Kontakt

Laura Bickel
Projektmanagerin
t: +49 (0) 431 8814 359
e: l.bickel@zbw.eu

Portrait Kai Meinke

Kai Meinke
Projektmanager
t: +49 (0) 431 8814 643
e: k.meinke@zbw.eu

Bildmaterial (von oben nach unten): (c) shutterstock.com / Jirsak, (c) Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim, (c) shutterstock.com / Jirsak, (c) ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, (c) Joachim Herz Stiftung.