Neuausrichtung der Mobilität: Es braucht eine grundlegende Verkehrswende

Mobilität ist von großer Bedeutung in unserer Gesellschaft. Eine gute Infrastruktur mit der Menschen ihren Arbeitsplatz oder ihre Schule erreichen können und in der Güter transportiert werden ist essentiell für eine gut funktionierende Wirtschaft. Nichtsdestotrotz, dürfen auch die negativen externen Effekte (Schadstoffemissionen, Lärm, Stau,…), die durch Verkehr entstehen nicht vergessen werden.

Nach dem Energiesektor ist der Verkehrssektor der Sektor in Deutschland, der die meisten Treibhausgasemissionen verursacht. Während die Emissionen in allen anderen Sektoren im Vergleich zum Jahr 1990 in bedeutendem Maße gesunken sind, lagen die Emission im Sektor Verkehr zuletzt sogar über dem Niveau von 1990!

Dies ist umso erstaunlicher, wenn man denkt, dass eine ganze Reihe von verkehrspolitischen Maßnahmen vorgeschlagen und teilweise auch schon angewandt wurde. Diese beinhalten insbesondere Preispolitiken in Form von Steuern und Subventionen von öffentlichem Nah- und Fernverkehr, jedoch auch Verbote und Standards bei Neuzulassungen von Fahrzeugen.
Aktuell sind in einigen Großstädten (z.B. Stuttgart, Frankfurt,…) sowie sogar auf Autobahnabschnitten (A40, Essen) Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge angekündigt. Zusätzlich gibt es in fünf Städten Deutschlands Pilotprojekte zum Thema „Kostenloser Nahverkehr“.

Die Frage wie man eine Verkehrswende hin zu einer nachhaltigeren Mobilität schafft, ohne dabei einen Verkehrskollaps zu verursachen steht im Zentrum dieser Challenge.

Welche Maßnahmen gibt es allgemein um Schadstoffemissionen durch Verkehr insgesamt zu senken?
Was sind effektive Verkehrspolitiken und Maßnahmen um den Verkehr zu verlagern vom individuellen Autoverkehr hin zu Öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad und ähnlichem?
Welche neuen Verkehrskonzepte (E-Mobility, Carsharing, Bikesharing,…) sollten dafür gezielt gefördert werden und wie?
Wie kann man sicherstellen, dass sich es alle Menschen langfristig leisten können mobil zu sein, um beispielsweise an ihren Arbeitsplatz zu kommen?
Wie kann man verhindern, dass der Verkehr (sowohl Bus/Bahn als auch Auto) in Städten durch Staus zum erliegen kommt?

Interessante Reports und Research Paper:

Buehler, R., Pucher, J., Gerike, R., & Götschi, T. (2017). Reducing car dependence in the heart of Europe: Lessons from Germany, Austria, and Switzerland. Transport Reviews, 37(1), 4-28.

Frondel, M. (2017), Viel Staub um den Diesel: City-Maut statt Fahrverbote!. WiSt – Wirtschaftswissenschaftliches Studium 46 (10): 1.

Frondel, M., & Vance, C. (2017). Cycling on the extensive and intensive margin: The role of paths and prices. Transportation Research Part A: Policy and Practice, 104, 21-31.

Knieps, G., Griese, T., Grüttner, A., Rottmann, O., Schiffer, H. W., Sieg, G., Stadelmann, David & Monheim, H. (2018). Fahrverbote, City-Maut, kostenloser öffentlicher Nahverkehr: Wege aus dem Verkehrskollaps?. ifo Schnelldienst, 71(09), 3-22.

OECD/ITF (2017), Transition to Shared Mobility – How large cities can deliver inclusive transport services, International Transport Forum, Paris, www.itf-oecd.org.

Weiterführende Informationen und Daten zum Thema Verkehr des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit:

https://www.bmu.de/themen/luft-laerm-verkehr/verkehr/

Artikelreihe zu neuen Verkehrskonzepten von verschiedenen Großstädten weltweit:

https://www.zeit.de/serie/sauber-durch-die-stadt

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Betreuer der YES!-Teams und Autor des Themenvorschlags:

Marco Horwarth