Nationale Innovationsstrategien

Unterstützt durch unseren wissenschaftlichen Partner Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim und die Forscher Martin Murmann, Paul Hünermund und Floronce Blandinieres.

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Technologischer Fortschritt durch Innovationen ist die wohl wichtigste Triebkraft des Produktivitäts- und Wohlstandswachstums entwickelter Volkswirtschaften. Beispielsweise verdoppelt sich die Rechenleistung neuer Computerchips etwa alle zwei Jahre. Dieser, Moore’s Law genannte, empirische Zusammenhang ist seit den 1960er Jahren zu beobachten und stellt ein beeindruckendes Beispiel für exponentielles Wachstum (nämlich genau 35% pro Jahr) unserer technologischen Möglichkeiten dar. Was viele jedoch übersehen, ist, dass dieses exponentielle Wachstum in der jüngeren Vergangenheit nur noch durch eine massive Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreicht werden konnte. Die untenstehende Grafik zeigt beispielhaft, dass die größten Halbleiterhersteller (Intel, Samsung, Siemens, usw.) ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (grüne Linie) in den letzten 45 Jahren um fast 80 % steigern mussten, um Moore’s Law aufrechterhalten zu können.

 

Das gleiche Phänomen sehen wir auch in vielen anderen Branchen. Die entwickelten Volkswirtschaften investieren immer mehr in Bildung und Forschung, das jährliche Wirtschaftswachstum nimmt jedoch von Jahr zu Jahr ab. Was geschieht jedoch, wenn es immer schwieriger wird, neue, bahnbrechende Ideen zu entwickeln, die unsere Produktivität steigern und das Wachstum befördern? Tatsächlich sehen wir, dass sich die Innovationskraft in Deutschland zunehmend auf einige wenige Branchen wie die Automobil- oder Chemieindustrie konzentrieren. Gleichzeitig waren andere Sektoren in Deutschland, zum Beispiel die Softwareindustrie, international nie wirklich konkurrenzfähig. Eine ähnliche Spezialisierung geschieht auch auf regionaler Ebene. Unternehmen in einigen Regionen Deutschlands, vor allem im Süden, sind hoch-innovativ und tragen stark zum allgemeinen Wirtschaftswachstum bei, andere Regionen stagnieren hingegen.

 

Are Ideas Getting Harder to Find?

Quelle: Bloom, N., Jones, C. I., Van Reenen, J., & Webb, M. (2016). Are Ideas Getting Harder to Find?. Manuscript, Stanford University, Palo Alto.

 

In diesem Projekt sollen die gesellschaftlichen Chancen und Risiken verschiedener nationaler Innovationsstrategien gegenübergestellt und diskutiert werden, um daraus Empfehlungen für ein künftiges politisches Vorgehen abzuleiten. Wie kann (und soll) die Politik auf die oben beschriebenen Entwicklungen reagieren? Soll der Trend zu mehr Spezialisierung aktiv gefördert werden, damit auch in Zukunft wenigstens ein Teil der Unternehmen und Regionen international wettbewerbsfähig bleiben und mit den USA oder China konkurrieren können? Soll beispielsweise Forschung und Entwicklung oder die Gründung von Start-ups in besonders zukunftsträchtigen Branchen speziell gefördert werden? Sollen die Lehrpläne der Schulen und Universitäten an den Bedürfnissen innovativer Branchen ausgerichtet werden? Solch eine Strategie birgt neben Chancen auch große Risiken. Was würde sie beispielsweise für die Chancengleichheit zwischen Branchen und Regionen und vor allem für die dort beschäftigten Menschen bedeuten? Und wie wird entschieden welche Technologien förderungswürdig sind?

 

Oder sollte die Politik vielmehr versuchen der zunehmenden Spezialisierung in der Wirtschaft entgegen zu treten, um Chancengleichheit zu gewährleisten, zum Beispiel indem (struktur)schwache Regionen und Branchen besonders gefördert werden? Liegt die beste Antwort der Politik möglicherweise in „Trumponomics“? Nämlich, dass wir uns von den internationalen Märkten abschotten, um dem zunehmenden Wettbewerbsdruck um die besten Ideen in der Welt zu entgehen?

LITERATUR

Eine Auswahl an Literatur wurde vom Team der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft in folgender Liste gesammelt. Weitere Informationen und Literatur können bei EconBiz recherchiert werden. Recherche Tipps wurden hier zusammengestellt.

YES! Teams

 

Logo Albertus-Magnus-Gymnasium Stuttgart
Logo BBS Wirtschaft 1 Ludwigshafen

Das Thema “Nationale Innovationsstrategien” kann durch die YES! Teams der Region Süd-West als YES! 2017 Thema ausgewählt werden.

 

Für die Bearbeitung im YES! haben sich die YES! Teams des Albertus-Magnus-Gymnasium Stuttgart und des BBS Wirtschaft 1 Ludwigshafen das Thema ausgewählt.

 

Das YES! 2017 Team der BBS Wirtschaft 1 Ludwigshafen stellt sich auf dieser Profilseite vor. Die Vorstellungen der Teammitglieder des YES! 2017 Teams des Albertus-Magnus-Gymnasium Stuttgart sind hier zu finden.

Wissenschaftlicher Partner

 

Logo Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim

Das Thema “Nationale Innovationsstrategien” wurde von den Forschenden des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim vorgeschlagen. Die YES! Teams werden beraten durch die Forscher Martin Murmann, Paul Hünermund und Floronce Blandinieres.

Träger

Das YES! – Young Economic Summit ist ein gemeinsames Projekt der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft aus Kiel und der Joachim Herz Stiftung aus Hamburg.

 

Die ZBW ist das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur und bestens aufgestellt, um Schülerinnen und Schülern Informationskompetenz zu vermitteln und mit Information zu versorgen.

 

Die Joachim Herz Stiftung ist wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral. Sie verfügt über große Erfahrung bei der Konzeption und Durchführung von Projekten für junge Menschen, gerade im Bereich der ökonomischen Bildung.

Logo Joachim Herz Stiftung

Kontakt

Laura Bickel
Projektmanagerin
t: +49 (0) 431 8814 359
e: l.bickel@zbw.eu

Portrait Kai Meinke

Kai Meinke
Projektmanager
t: +49 (0) 431 8814 643
e: k.meinke@zbw.eu

Bildmaterial (von oben nach unten): (c) shutterstock.com / Sergey Nivens, (c) Bloom, N., Jones, C. I., Van Reenen, J., & Webb, M. (2016). Are Ideas Getting Harder to Find?. Manuscript, Stanford University, Palo Alto, (c) Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim, (c) shutterstock.com / Sergey Nivens, (c) ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, (c) Joachim Herz Stiftung.