Moderne Steuerpolitik – Gerecht und Effizient

Unterstützt durch unseren wissenschaftlichen Partner Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim und die Forscher Paul Hufe und Carina Woodage.

Glaubten wir Benjamin Franklin, gäbe es nur zwei Gewissheiten im Leben eines jeden Erdenbürgers: den Tod und die Steuer. Nicht erst die jüngsten Enthüllungen um Cristiano Ronaldo und Co. oder die sogenannten „Panama Papers“ lassen Zweifel aufkommen, ob dieser Ausspruch auch in einer globalisierten Welt seine Gültigkeit behält. Dabei sind Steuern unabdingbar um weiterhin öffentliche Güter wie Schulen, Krankenhäuser und Straßen bereitzustellen. In modernen Wohlfahrtsstaaten sind sie außerdem das wichtigste Instrument zur Umverteilung von Einkommen und stellen sicher, dass Bedürftige mit dem Lebensnotwendigen versorgt sind.

 

Im deutschen Steuerrecht ist Steuergerechtigkeit eng mit dem Leistungsfähigkeitsprinzip verbunden, welches fordert, dass sich die Steuer an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des jeweiligen Steuerzahlers orientiert. Daher gilt in Deutschland ein progressiver Einkommensteuertarif, der Besserverdienende mit einem höheren Steuersatz belastet, während Familien mit Kindern von der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten Gebrauch machen können. Im Gegensatz zu diesem Grundsatz sind es jedoch insbesondere hohe Einkommensbezieher, die sich mit Hilfe von Steuer- und Finanzberatern ihren steuerlichen Verpflichtungen entziehen. Inwiefern dieses Verhalten durch divergierende Vorstellungen von Steuergerechtigkeit oder Eigeninteresse motiviert ist, ist a priori unklar. Unstrittig hingegen ist, dass die Grenzen zwischen legaler Steuervermeidung (Tax Avoidance) und illegaler Steuerhinterziehung (Tax Evasion) hierbei oftmals verschwimmen.

 

Neben der Schließung von bestehenden Steuerschlupflöchern stehen dem Staat verschiedene Instrumente zur Verfügung um Problemen einer ungerechten Lastenverteilung vorzubeugen. Hierzu zählt neben der Abschreckung durch höhere Strafen auch der Aufkauf von Steuersünder-CDs – ein Vorgehen, welches in der Vergangenheit zu einer starken Erhöhung von Selbstanzeigen führte. Des Weiteren deuten Erkenntnisse der Verhaltensökonomie auf weitere Lösungsansätze hin. So könnte unter anderem durch Nudging sowie die Vermittlung von Informationen zur Steuergeldverwendung die Steuermoral der Bürger verbessert werden.

 

Ist „legal“ gleich „gerecht“? Wie lassen sich die steuerlichen Koordination – und Kooperationsprobleme zwischen souveränen Staaten lösen? Welche konkreten Möglichkeiten hat ein Staat – neben höheren Strafen – die Tax Compliance, also die Einhaltung von Steuervorschriften, zu erhöhen? Wie könnten konkrete Maßnahmen aussehen den Steuervollzug (Tax Enforcement) zu stärken? Gibt es Möglichkeiten die Steuermoral (tax morale), d.h. die Einstellung der Steuerzahler zur Steuerhinterziehung zu verbessern?

Literatur

YES! Team

 

Logo Albert-Einstein-Gymnasium Ulm

Das Thema “Moderne Steuerpolitik – Gerecht und Effizient” kann durch die YES! Teams der Region Süd-West als YES! 2017 Thema ausgewählt werden.

 

Das Thema wurde durch das YES! Team des Albert-Einstein-Gymnasium Ulm zur Bearbeitung im YES! 2017 ausgewählt.

 

Das YES! 2017 Team des AEG Ulm stellt sich auf dieser Vorstellungsseite vor.

Wissenschaftlicher Partner

 

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das Thema “Moderne Steuerpolitik – Gerecht und Effizient” wurde von den Forschenden des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim vorgeschlagen. Die YES! Teams werden beraten durch die Forscher Paul Hufe und Carina Woodage.

Träger

Das YES! – Young Economic Summit ist ein gemeinsames Projekt der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft aus Kiel und der Joachim Herz Stiftung aus Hamburg.

 

Die ZBW ist das weltweit größte Informationszentrum für wirtschaftswissenschaftliche Literatur und bestens aufgestellt, um Schülerinnen und Schülern Informationskompetenz zu vermitteln und mit Information zu versorgen.

 

Die Joachim Herz Stiftung ist wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral. Sie verfügt über große Erfahrung bei der Konzeption und Durchführung von Projekten für junge Menschen, gerade im Bereich der ökonomischen Bildung.

Logo Joachim Herz Stiftung

Kontakt

Laura Bickel
Projektmanagerin
t: +49 (0) 431 8814 359
e: l.bickel@zbw.eu

Portrait Kai Meinke

Kai Meinke
Projektmanager
t: +49 (0) 431 8814 643
e: k.meinke@zbw.eu

Bildmaterial (von oben nach unten): (c) shutterstock.com / Olivier Le Moal, (c) Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim, (c) shutterstock.com / Olivier Le Moal, (c) ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, (c) Joachim Herz Stiftung.