Können internationale Friedensmissionen zu einem gewaltfreieren Alltag in Konfliktländern beitragen?

Kriege in Ländern wie Syrien, Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo oder Nordirland haben tausende Menschenleben gekostet, Familien auseinander gerissen und sie gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Solche gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und verschiedenen bewaffneten Gruppen zerstören auch wirtschaftliche und politische Grundlagen, die zu friedlichem und menschenwürdigem Zusammenleben unabdingbar sind. Um die Sicherheitslage zu stabilisieren und den friedlichen Wiederaufbau von kriegsgebeutelten Ländern zu begleiten schicken die Vereinigten Nationen Friedensmissionen. In den Vereinten Nationen (VN) organisieren sich alle Staaten der Welt um globale Probleme gemeinsam zu lösen. Im Jahr 2018 sind 14 verschiedene VN Friedensmissionen mit über 100,000 Soldaten (sogenannten Blauhelmen) und Polizisten im Einsatz. Ihre Aufgabe ist die Stabilisierung, insbesondere dort wo die Regierung dieser kriegsgebeutelten Länder zu schwach ist, um für die Sicherheit der eigenen Bevölkerung zu sorgen.

Seit ungefähr zwei Jahrzehnten beinhalten VN Friedenmissionen auch vermehrt ziviles Personal. Es stellt Kontakt zur lokalen Bevölkerung her und versucht diese in die Befriedung des Landes mit einzubinden. Das Ziel ist es die Menschen zu versöhnen, die sich vorher aufgrund unterschiedlicher ethnischer, religiöser und politischer Identitäten und Interessen bekämpft haben. Zum Beispiel stellen VN Friedensmissionen Journalisten ein und bauen Radiostationen auf, um die Bevölkerung mit unabhängigen politischen Nachrichten zu versorgen und gleichzeitig „Werbung“ für ein friedliches Miteinander zu machen. Ziviles Personal hält außerdem Seminare mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen, lokalen Politikern und religiösen sowie traditionellen Vertretern, um diese für Versöhnungsarbeit zu gewinnen. Dazu gibt es verschiedene Formen von Aufklärungskampagnen, die die Bevölkerung von einem friedlichen Miteinander überzeugen und zur Abkehr von gewaltsamen Mittel oder der Unterstützung von Gewalt bewegen sollen. Die zivilen Aufgabenbereiche der Friedensmissionen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Wie verändern diese zivilen Aspekte den Charakter von Friedensmissionen, insbesondere ihre Akzeptanz in der lokalen Bevölkerung? Welche Schwierigkeiten könnte es bei diesem zivilen Friedensengagement durch internationales Personal geben? Leisten die zivilen Aktivitäten auch einen Beitrag zur Reduzierung von Gewalt auf lokaler und auch nationaler Ebene? Und wenn ja, wie genau können zivile Aktivitäten von VN Friedensmissionen zu einem friedlichen Miteinander führen?

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuerin der YES!-Teams und Autorin des Themenvorschlags:

Hannah Smidt