YES! - Thema 2020

Kneipensterben – Wie retten wir das Wirtshaus im Dorf?

Deutschlands Dorfkneipen sind vom Aussterben bedroht. Zwischen 2010 und 2018 haben über 6000 Kneipen geschlossen, vor allem auf dem Land. Aber auch im Ruhrgebiet schwindet die Zahl der kleinen Wirtshäuser, Gaststätten und Kneipen. In Großbritannien – dem Land der berühmten Kneipen-Kultur – hat in den letzten 20 Jahren jeder fünfte Pub geschlossen – mehr als 11000 insgesamt. Es fehlen Gäste, Fachkräfte und Betreiber – oft alles zugleich.

Kneipen, Wirtshäuser und Gaststätten bieten mehr als nur Speisen und Getränke. Sie sind soziale Kontaktpunkte und bieten Platz für Vereine, Stammtische und Familienfeiern. Beim Feierabendbier wird über die Arbeit, Neues aus der Nachbarschaft, Politik oder die freigewordene Wohnung im Haus gesprochen. Wenn der Dorfgasthof schließt, geht nicht nur einer der wichtigsten Treffpunkte im Ort verloren. Es leiden auch Arbeitsplätze, Austausch und möglicherweise Zusammenhalt und Demokratie.

Eure Aufgabe ist es, die Ursachen und Lösungsansätze für das Kneipensterben zu finden, für allem für ländliche Raume. Wo werden besonders viele Kneipen geschlossen – und warum? Mit welchen innovativen Ideen können Nachbarschaften oder Dörfer ihre Gasthöfe vor Ort retten, auch wenn die Fachkräfte fehlen? Und was kann die Politik dabei tun?

Warum und wo schließen viele Kneipen und Gaststätten?
Welche Folgen hat das Kneipensterben für das soziale Leben?
Welche politischen Maßnahmen könnten das Kneipensterben bremsen?
Mit welchen innovativen Konzepten könnten Dörfer ihre Kneipen selbst retten?
Gibt es vielleicht neue Alternativen zur Kneipe, wo man sich auch gesellig treffen kann?

Must Read – die folgenden Artikel soll das Team in Vorbereitung auf das Fachgespräch gelesen haben:

„Das Feierabendbier ist gut für die Wirtschaft“, Süddeutsche Zeitung vom 10.09.2020, https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kneipen-bier-arbeit-kollegen-1.5025896

„Dehoga warnt vor Kneipensterben: ‚Es ist fünf nach zwölf‘“, MDR Sachsen-Anhalt vom 28.01.2019, https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/kneipensterben-dehoga-mehrwertsteuer-senken-100.html

„Warum das Kneipensterben kein Ende nimmt“, Westfälische Nachrichten vom 02.02.2018, https://www.wn.de/Muenster/3157183-Gastronomie-Branche-Warum-das-Kneipensterben-kein-Ende-nimmt

„Economies of ale: small pubs close as chains focus on big bars“, Office for National Statistics vom 26.11.2018, https://www.ons.gov.uk/businessindustryandtrade/business/activitysizeandlocation/articles/economiesofalesmallpubscloseaschainsfocusonbigbars/2018-11-26

Lichtblau, K., Bertenrath, R., Kleissner, A., Kempermann, H., Millack, A., Ewald, J. (2017): Die Bedeutung des Hotel- und Gaststättengewerbes, Gutachten der IW Consult für den Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), Köln, https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2017/361023/Gutachten_IW_Consult_2017_Bedeutung_des_Gastgewerbes.pdf

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer der YES!-Teams und Autoren des Themenvorschlags:

Joachim Ragnitz

Foto: (c) ifo Institut

Prof. Dr. Joachim Ragnitz ist stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung Dresden. Er forscht seit mehr als 25 Jahren zur wirtschaftlichen Entwicklung Ostdeutschlands nach der deutschen Wiedervereinigung.

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Felix Rösel

Foto: (c) ifo Institut

Dr. Felix Rösel arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Dresdner Niederlassung des ifo Institut. Er beschäftigt sich mit populistischen Bewegungen in Europa sowie den Folgen von demografischer Entwicklung und Strukturwandel in Ostdeutschland.

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Marcel Thum

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Prof. Dr. Marcel Thum hat den Lehrstuhl für Finanzwissenschaft an der TU Dresden inne und ist Geschäftsführer der Niederlassung Dresden des ifo Instituts. Seine Interessengebiete sind öffentliche Finanzen, soziale Sicherungssysteme, demographischer Wandel, politische Ökonomie und Entwicklungspolitik.

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2020-10-28T14:06:45+01:00
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