YES! - Thema 2019

Klimawandel stoppen – Die Ökonomie der globalen Erwärmung

In einem aktuellen Sondergutachten warnte der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) eindringlich vor einer Erderwärmung von über 1,5°C (IPCC 2018). Weiterhin wird betont, dass eine schnelle und weitreichende Transformation aller treibhausgasintensiven Wirtschaftsbereiche nötig ist um das Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C zu erreichen. Zu diesen Wirtschaftsbereichen zählen die  Land-, Energie-,  Immobilen- und Transportwirtschaft sowie die Industrie.

Da die strikte Begrenzung der menschengemachte Erderwärmung im Zuge des Pariser Klimaabkommens von 2015 als internationale politische Zielgröße bestärkt wurde, stellt sich nun die Frage nach den angemessenen politischen Instrumenten. Um diese Instrumente auf ihre Wirksamkeit und ihre Effizienz zu untersuchen, bieten sich die Methoden der Volkswirtschaftslehre an. Diese Untersuchung ist insbesondere wichtig, da sehr teure Klimaschutzmaßnahmen das Risiko mit sich bringen die öffentliche Akzeptanz zu verlieren.

In der Wissenschaft hat sich hier ein weitreichender Konsens zugunsten eines internationalen CO2-Preises gebildet, der bestenfalls alle relevanten Wirtschaftssektoren einschließt (siehe z.B. Edenhofer und Schmidt 2018). Die Einführung eines solchen CO2-Preises scheitert jedoch bisher am Fehlen internationaler politischer Unterstützung.

Die Fragen, wie die Vorteile eines CO2-Preises kommuniziert können, wie die öffentliche Akzeptanz erhöht werden kann und wie ein solcher Preis den Alltag in Deutschland verändern würde, sind die Hauptthemen dieser YES!-Challenge.

Welche Vorteile hat ein einheitlicher CO2-Preis gegenüber sektorspezifischen Maßnahmen (wie z.B. der Energiewende im Stromsektor)?

In welchen Sektoren (z.B. Ernährung, Verkehr, Flugreisen, Heizung) wird politisch bisher am wenigsten zur Reduktion der CO2-Emissionen getan?

In welchen Sektoren gibt es das größte Einsparpotential?

In welchen Sektoren gibt es das größte Einsparpotential zu den geringsten Kosten (Stichwort: “Abatement Cost”?)

Welche Nachteile hätte die Einführung eines CO2-Preises, wenn nicht alle Länder mitmachen (Stichworte: Wettbewerbsfähigkeit und “Carbon Leakage”)?

Wie würde sich der Alltag in Deutschland verändern, wenn es einen einheitlichen CO2-Preis gäbe?

Welche Wege gibt es das Thema stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen?

Welche Wege gibt es die Zahlungsbereitschaft für einen CO2-Preis zu steigern?

Edenhofer, O. und C. M. Schmidt (2018), Eckpunkte einer CO2-Preisreform. RWI Positionen 72. Essen: RWI.

Frondel, M. (2017), Globales Preisabkommen: Ein Weg zu einer effektiven Klimapolitik?. Zeitschrift für Energiewirtschaft 41 (4): 261-268.

IPCC (2018), Global warming of 1.5°C: Summary for Policymakers. Intergovernmental Panel on Climate Change, Switzerland.

PIK (2018), Planet at risk of heading towards irreversible “Hothouse Earth” state: Press Release. Potsdam Institute for Climate Impact Research.

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Betreuer der YES!-Teams und Autoren des Themenvorschlags:

Lukas Tomberg

Lukas Tomberg ist seit April 2018 als Wissenschaftler im Kompetenzbereich „Umwelt und Ressourcen“ des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung tätig. Dort beschäftigt er sich mit verschiedenen Fragen der Umwelt- und Energieökonomik. Insbesondere ist er an der empirischen Erforschung des Konsumentenverhaltens in umweltrelevanten Konsumbereichen interessiert.

Er hat Volkswirtschaftslehre an den Universitäten in Köln und Bochum studiert.

YES!-Themen von Lukas Tomberg

2018-12-10T10:22:41+02:00