Dr. Daniel Kamhöfer (DICE) und Dr. Michael Westphal (RWI): „Nutzt eure Stärken!“

Wie die Forschenden die Zusammenarbeit mit den Schulteams erleben, was sie besonders motiviert, am YES! teilzunehmen und was für Tipps und Tricks sie für zukünftige Schulteams haben, berichten die beiden in unserem Interview.

1. Wo arbeiten Sie und wo liegt Ihr Forschungsschwerpunkt?

Wir sind Matthias Westphal und Daniel Kamhöfer. Vor einer gefühlten Ewigkeit promovierten wir gemeinsam in Volkswirtschaftslehre an der Uni Essen. Die Tage des gemeinsamen Büros sind zwar vorbei, aber obwohl wir mittlerweile an Unis in Dortmund (Matthias) und Düsseldorf (Daniel) arbeiten, beschäftigen uns immer noch die gleichen Themen. Unser Ziel ist es, zu verstehen, welche Faktoren das körperliche und geistige Wohlergehen von Menschen beeinflussen und wie es durch kluge politische Maßnahmen gelingen kann, soziale Teilhabe zu erhöhen und das Leben von Menschen zu verbessern.

2. Wie lautet Ihre Challenge und wieso ist sie so wichtig?

In unserer Challenge „Career planning and birth gap: How can studies, career and family be brought into a better balance?“ geht es um die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade junge Mütter leiden in unserer Gesellschaft oft darunter, dass sie berufliche Nachteile in Kaufen nehmen müssen, wenn sie eine Familie gründen. Das liegt beispielsweise daran, dass viele Arbeitszeiten gerade in Karrierejobs nach wie vor nicht flexibel genug sind, um den Bedürfnissen von Kindern gerecht zu werden. Wenn Eltern weniger Arbeiten oder ihnen aufgrund der Familie Karrierepfade versperrt bleiben, die sie andernfalls hätten einschlagen können, bleiben viele Potenziale für den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft ungenutzt. Zudem kann sich auch das Wohlergehen von Eltern vermindern, wenn gesellschaftliche Zwänge ihr Leben auf die Elternrolle reduziert. Die Herausforderung war es, Lösungen zu entwickeln, die dazu führen, dass Familie und Karriere gemeinsam möglich sind.

3. Was bewegt / motiviert Sie am YES! teilzunehmen? Das wievielte Mal stellen Sie bereits ein Thema?

Wir haben das Thema bereits zum dritten Mal angeboten. Die ersten beiden Male waren noch vor Corona und wir haben die Chance genutzt, unsere Challenge in den Schulen vorzustellen. Mehr als zehn Jahre nach dem Abitur mal wieder eine Schule von innen zu sehen—und das aus einer ganz anderen Perspektive—ist eine spannende Erfahrung! Auch wenn es an der Zeit ist, uns ein neues Thema einfallen zu lassen, freuen wir uns auch in Zukunft weiter Teil des YES! zu sein.

4. Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit den Schulteams? Was beeindruckt Sie besonders?

Jedes Schulteam ist wie eine Wundertüte, man weiß nicht was einen erwartet, bis man beim Kick-Off-Treffen vorne steht. Von fünf hochmotivierten Schüler:innen, die sich eifrig Notizen machen, bis 30 Schüler:innen, von denen fünf zwischendurch eine rauchen gehen, war bisher alles dabei. Die Entwicklung der Challenge nach diesem ersten Eindruck mit zu verfolgen, ist immer wieder interessant.

5.Gibt es besonders schöne/lustige Momente, die Sie im YES! bisher erlebt haben?

Das erste Mal einen Kaffee im Lehrerzimmer trinken—das war ein besonders skurriler Moment. Wir kannten die Schule bisher nur als Schüler und hinterher als spannendes Forschungsgebiet. Den Schulbetrieb aber mal Abseits des Pausenhofes und der Klassenzimmer zu erleben, war eine interessante Erfahrung. Insgesamt werden uns aber auch die Unterschiede zwischen den bisher besuchten Schulen in Erinnerung bleiben. Von der internationalen Schule über ein Gymnasium mit Sportschwerpunkt bis hin zur Berufsschule haben wir unser Thema bereits vorgestellt.

6. Haben Sie Tipps und Tricks für die teilnehmenden Teams zur Lösungsentwicklung?

Nutzt eure Stärken! Wir als Forschende beschäftigen uns oft über Jahre hinweg mit winzig kleinen Teilaspekten der Challenges, da kann es schon mal vorkommen, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Ihr habt einen frischen Blick auf die Challenges. Das könnt ihr nutzen, um über den Tellerrand hinauszuschauen und neue Ideen zu Entwickeln. Beispiel: Hören wir „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ und denken wir über Reformen des Elterngelds nach—ihr überlegt euch, wie Apps dazu beitragen können, das Problem zu lösen!

7. Und zu guter Letzt: Wieso sollte man als Forschende das YES! unterstützen?

Es macht Spaß und ist bereichernd, jungen und motivierten Leuten, Wissenschaft und ihre Problemfelder näherzubringen. Wir leisten hierdurch einen kleinen Beitrag, dass Wissenschaft und Gesellschaft eng verbunden bleiben und sich nicht getrennt voneinander entwickeln. Ganz konkret wäre es natürlich klasse, wenn sich durch das YES! Schüler:innen für die Wissenschaft begeistern ließen. Für uns wiederum ist es eine willkommene Abwechslung vom Arbeitsalltag, von der auch wir inspiriert werden können.

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