YES! - Thema 2019

Ensuring equal oportunities! Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt

Die Sicherstellung von Chancengleichheit ist ein wichtiges Thema  für die Gesellschaft und auch für die Wirtschaft.  In Deutschland, das zeigen Studien (u.a. der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)), bestimmt die soziale Herkunft in starkem Maß über den Bildungserfolg und somit auch über den beruflichen Erfolg. Neben der sozialen Herkunft spielen zum Beispiel auch das Geschlecht und der Migrationshintergrund eine große Rolle. Menschen mit Migrationshintergrund haben beispielsweise deutlich schlechtere Chancen für ein Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden als Menschen ohne Migrationshintergrund.

Das hat auch Konsequenzen für die Wirtschaft. Studien haben gezeigt, dass Diversität in Unternehmen und Teams zu einer besseren Performance führen kann.1 Auch aus gesellschaftlicher Sicht wäre es besser, wenn das volle Potenzial jedes einzelnen auch genutzt werden würde und nicht aufgrund von Hindernissen, wie Diskriminierung, nicht voll ausgeschöpft wird.  Eine Änderung bestehender Strukturen und Verhaltensmuster ist jedoch oft schwierig, unter anderem aus psychologischen Gründen wie der Tatsache, dass sich viele Menschen tendenziell in homogenen Gruppen wohler fühlen.

Die Frage, die sich aus unserer Sicht stellt, ist wie kann die Schule als eine Institution frühzeitig dazu beitragen Diversität zu verankern. Möglichkeiten sind das Anstoßen eines frühzeitigen Diskurses über Diversität, Diversität leben, positiv besetzen, Offenheit fördern, Sensibilisieren für  Stereotypendenken, Erkennen von homogenen Umfeldern, oder aber auch das Aufbrechen von Schichten durch Gemeinschaftsschulen oder Sportvereinen.  Ein Beispiel ist das Bestreben mehr Mädchen für MINT-Fächern zu motivieren. Als weitere Möglichkeiten sehen wir aber auch mehr LehrerInnen mit Migrationshintergrund einzustellen oder die Integration von Menschen mit Behinderungen in der Schule um neue Rollenvorbilder zu schaffen und Karrierechancen frühzeitig anzugleichen und somit auf lange Sicht Diversität beispielsweise in Führungspositionen herzustellen.

1 Bansak, C. A., Graham, M. E., & Zebedee, A. A. (2011). The effects of gender composition of senior management on the economic fallout. Applied Economics Letters, 18(16), 1603-1607.
Adams, R. B. and Ragunathan, V. (2015). Lehman Sisters.FIRN Research Paper.


  • Gibt es Faktoren an eurer Schule, die der Chancengleichheit im Weg stehen?
  • Wenn ja, wie könnte man dem begegnen?
  • Welche gesellschaftlichen Faktoren stehen, aus eurer Sicht, der Chancengleichheit für Jugendliche im Weg?
  • Was wird schon gemacht und was ist die Lücke? Welche Maßnahmen sind vielleicht sogar hinderlich?

Vorbereitende Gedanken:

  • Welche ökonomischen Auswirkungen kann eine Ungleichbehandlung haben? Warum ist das Thema von großer Relevanz?
  • Welche gesellschaftlichen Auswirkungen und ökonomischen Konsequenzen gibt es?
  • Unterscheidung der Konzepte Inequality in opportunities und Inequality in outcomes?

Schulklasse im Unterricht von Weblibas [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuerinnen der YES!-Teams und Autorinnen des Themenvorschlags:

Katharina Lima de Miranda

Seit Oktober 2016 arbeite Katharina Lima de Miranda als Wissenschaftlerin am Institut für Weltwirtschaft (IfW) in der Arbeitsgruppe Sozial- und verhaltensökonomische Ansätze zur Lösung globaler Probleme. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit individuellen Entscheidungsprozessen und der Bedeutung von sozialer Interaktion. Zum Beispiel betrachtet sie ob Gruppen risikoreichere Entscheidungen treffen als einzelne Personen es tun würden und ob das Geschlecht dabei eine Rolle spielt. Diese Erkenntnisse können helfen Entscheidungsprozesse in der Politik oder in Firmen zu verstehen und so die Grundlage für die Konzeption möglicher Lösungen von globalen wirtschaftlichen Problemen zu bilden. Neben ihrer Tätigkeit als Wissenschaftlerin, ist sie Wissenschaftliche Koordinatorin der Council for Global Problem-Solving, einem Netzwerk aus renommierten Think Tanks, das sich mit der Lösung von globalen Problemen beschäftigt und Politikempfehlungen an die G20, G7 und weitere internationale Organisationen formuliert.

YES!-Themen von Katharina Lima de Miranda

Lena Detlefsen

Lena Detlefsen hat an der Universität Kiel Volkswirtschaftslehre studiert und 2018 promoviert. Seit 2017 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Weltwirtschaft (IfW) in der Arbeitsgruppe Sozial- und verhaltensökonomische Ansätze zur Lösung globaler Probleme. Vorher hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Kiel gearbeitet und in dem Rahmen immer wieder Übungen zu unterschiedlichen Vorlesungen gegeben und Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten betreut. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich insbesondere mit dem Einfluss des sozialen Kontexts auf ökonomische Entscheidungen, das kann der Familienkontext sein, aber auch die Geschlechterzusammensetzung von Gruppen. Zusammen mit Katharina Lima de Miranda hat sie beispielsweise eine große Studie an Schulen in Schleswig- Holstein zu ökonomischen Entscheidungen durchgeführt.

2019-11-19T10:10:32+01:00