Autokratie 2.0 – Die Diktatur und das Internet

Das Internet ist ein Fluch und ein Segen für die Herrscher autokratischer Länder – und die Menschen, die in diesen Ländern leben. Auf der einen Seite kann der Zugang zu Informationen und die Kommunikation über (mobile) Online-Dienste der Mobilisierung von Demokratiebewegungen helfen. Protestbewegungen in Moldova (2009), Iran (2009), Ägypten (2011) und während des arabischen Frühlings (2011) haben gemeinsam, dass sie alle als „Twitter Revolutionen“ bezeichnet wurden. Wir wissen noch nicht genau, welche Rolle das Internet bei diesen Protesten spielt, und wie wichtig es ist – schließlich gab es auch schon vor dem Internet regimekritische Proteste in Autokratien – aber dass es eine Rolle spielt scheint fast sicher.
Auf der anderen Seite haben autokratische Regime gelernt, dass Internet zu ihren Zwecken zu Nutzen – zur Informationsgewinnung, Überwachung, und Propaganda. Die Zeiten, in denen das Internet als letztes Mittel einfach nur abgeschaltet wurde, sind längst vorbei. Aktivisten, die sich online organisieren, werden von neu geschaffenen Cyber-Polizeieinheiten identifiziert und verhaftet. Autokratische Regime entwickeln immer raffiniertere und treffsicherere Methoden der Zensur. Und Sie stellen selber Plattformen und Inhalte bereit.
Welche Rolle spielt das Internet für die Stabilität autokratischer Herrschaft?
Und für die Chance auf Demokratisierung?
Welche Prozesse und Entwicklungen lassen sich beobachten?
Welche haben wir bislang übersehen?
Was bedeutet das Internet für die Zukunft der Diktatur?
Diese und ähnliche Fragen könnten der Ausgangspunkt für ein spannende YES!-Projekt sein!

Diamond, Larry (2010) ‘Liberation Technology‘, Journal of Democracy 21(3): 69–83.
Morozov, Evgeny (2011) ‘Whither Internet Control?’, Journal of Democracy 22(2): 62–74.

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