YES! - Thema 2020

Abwanderung, Leerstand, Attraktivitätsverlust – Wie kann die Zukunftsfähigkeit der Innenstädte im ländlichen Raum langfristig gesteigert werden?

Städte waren schon immer wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zentren ihrer Region und standen und stehen mit ihr im wechselseitigen Verhältnis. Diese Dynamik verbunden mit verschiedenen sozioökonomischen Faktoren und Trends bieten den Städten Chancen, stellen sie aber auch vor weitreichende Herausforderungen. Dabei üben insbesondere Metropolen und Großstädte eine Sogwirkung auf die jüngere Bevölkerung aus, die oft zu einer weitreichenden Abwanderung im ländlichen Raum führt. Schließungen im Einzelhandel, Leerstände oder Versorgungslücken sind die Folge und führen dazu, dass viele Kleinstädte vor den gleichen Problemen stehen: Sie spüren die negativen Auswirkungen auf ihre Attraktivität, auf die Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen und die Frequentierung. Angesichts gleichzeitig steigender Kosten sind viele Kommunen zusätzlich gezwungen, wichtige Einrichtungen wie Schulen oder Kultur- und Freizeiteinrichtungen zu schließen. Damit verschlechtert sich die Attraktivität weiter und die Lebensqualität sinkt. Erfolgreiche Zentren sind jedoch die Basis für zukunftsfähige ländliche Räume und jede Stadt und ihre lokalen Akteure sollten alles dafür tun, die Attraktivität des jeweiligen Lebensraums zu erhöhen. Dies geht über das reine Angebot von Einkaufsmöglichkeiten hinaus, da der Handel angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch den Onlinehandel kaum noch in der Lage ist, die nötige Passantenfrequenz anzubieten. Nur mit einer gesunden Mischung aus Handel, Gastronomie, Kultur, Arbeiten, Bildung, Verwaltung, und Wohnen können attraktive, lebenswerte Räume geschaffen und das langfristige Ziel erreicht werden, der Bevölkerung eine Zukunfts- und Bleibeperspektive zu eröffnen.

Wie kann der innerstädtische Kern mit seinen vorhandenen Nutzungsstrukturen aufgewertet werden, um das Image bzw. die Attraktivität der Stadt zu verbessern?
Wie kann die Bevölkerung dafür sensibilisiert werden, dass attraktive Innenstädte wichtig für die Entwicklung der Region sind?
Wie können die Bürger in den Stadtentwicklungsprozess involviert werden, um diesen erfolgreich mitzugestalten?
Wie kann ein vorhandener Leerstand erfolgreich (zwischen)genutzt werden, um das Ortsbild zu verbessern und weitere Schließungen zu verhindern?
Wie können Unternehmen das Thema Arbeit organisieren, um das Erwerbspersonenpotenzial auch im ländlichen Raum zu nutzen?
Wie kann die Nahversorgung sichergestellt werden?

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Home/bbsr_node.html

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Initiative Kleinstädte in Deutschland, verschiedene Publikationen
https://www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/stadt-wohnen/stadtentwicklung/kleinstaedte-in-deutschland/kleinstaedte-in-deutschland-node.html;jsessionid=F22BCFA30623836D5FB1BB90874A3441.2_cid295

Hilpert, M. Völkening, N. und C. Beck (2018): Innenstädte im ländlichen Raum – Wirksame Maßnahmen zur Revitalisierung zentraler Einzelhandelslagen im ruralen Umfeld. In: Standort (2018) 42:111–116

IHK Schwaben (2016), Innenstädte im ländlichen Raum – Perspektiven und Handlungsempfehlungen für Ortszentren in Bayerisch-Schwaben.
https://www.schwaben.ihk.de/produktmarken/branchen-und-netzwerke/handel/einzelhandel/innenstaedte-im-laendlichen-raum-3549092

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer des YES!-Teams:

Felix Rösel

Photo: (c) ifo Institut

Dr. Felix Rösel is a post-doc researcher at the Dresden branch of the ifo Institute. He investigates the rise of right-wing populism in Europe and the impacts of the demographic and economic transition in East Germany.

YES! topics by Felix Rösel

Joachim Ragnitz

Photo: (c) ifo Institut

Prof. Dr Joachim Ragnitz is the Managing Director of the Dresden branch of the ifo Institute. He has studied the economic development of East Germany after reunification for more than 25 years.

YES! topics of Joachim Ragnitz

2020-10-23T09:21:05+02:00
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