YES! - Thema 2020

Climate Migration – How Can Societies and Countries Prepare?

Unser Klima verändert sich weltweit, und es geschieht schneller, sichtbarer und beunruhigender als je zuvor. Die letzten fünf Jahre waren weltweit die heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen (Umweltbundesamt 2019) und die Wetterverhältnisse sind an vielen Orten der Welt durcheinandergeraten. Extreme Wetterbedingungen wie Dürren, Überschwemmungen, Stürme sowie Erdbeben und Erdrutsche stellen eine große Bedrohung für die Gesellschaft dar, insbesondere in den Ländern des globalen Südens. Die daraus resultierenden dramatischen Folgen werden im aktuellen ifo-Projekt SLICE (www.climate-impact-economics.org) analysiert. Das Projekt zielt darauf ab, die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen, um Klimaextremen entgegenzuwirken.

Als Folge dieser prekären Bedingungen prognostiziert die Weltbank (2018) 140 Millionen und Greenpeace (2014) 200 Millionen „Klimaflüchtlinge“ bis 2050. Ein großer Teil der Klimaflüchtlinge wird von der besonders stark betroffenen südlichen Erdhalbkugel in Richtung der nördlichen Erdhalbkugel, und besonders Europa, wandern (The Economist 2018). Obwohl solche Prognosen aufgrund ihrer Komplexität und Datenlage mit Vorsicht zu behandeln sind, sind sich die Experten einig, dass der Klimawandel eine ernsthafte Bedrohung darstellen wird, die sofortiges Handeln erfordert.

Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich, dass Klimamigranten wieder in ihr Herkunftsland zurückkehren, da nicht zu erwarten ist, dass die Ursachen des Klimawandels behoben werden können. Dies steht im starken Gegensatz zu Konfliktflüchtlingen (Migranten, die aufgrund von Krieg und Verfolgungsgefahr ihre Heimat verlassen), die oft nach Hause zurückkehren, wenn sich die Situation verbessert. Diese Aussicht macht es notwendig, Klimamigranten langfristig erfolgreich zu integrieren.

Erfolgreiche Integration ist ein mehrdimensionales Konzept, bei dessen Umsetzung sowohl Gesellschaften als auch Länder und ihre Institutionen eine zentrale Rolle spielen. Während die Aufgeschlossenheit gegenüber Migranten überwiegend von der Bevölkerung geprägt ist, liegt es in der Verantwortung der Länder und ihrer Institutionen, einen Rechtsrahmen zu schaffen, der eine zügige und einfache Integration ermöglicht.

Wie können sich die Gesellschaften in Deutschland und Europa auf die Welle der Klimamigranten vorbreiten? Was können wir als Gesellschaft tun, um besser auf das Ereignis hinzuweisen und das Bewusstsein für „Klimamigration“ zu schärfen? Wie können wir eine positive und optimistische „Willkommenskultur“ etablieren, die Migranten erfolgreich in unsere Gesellschaft und Wirtschaft integriert? Wie können wir die europäische Identität stärken und den Betroffenen helfen, anstatt weiter in negatives Denken und politische Extreme abzudriften?

Wie können sich Länder und ihre Institutionen auf die bevorstehende Welle von Klimamigranten vorbereiten? Wie kann die Verteilung von Asylsuchenden in Europa besser gestaltet und gesteuert werden? In der „Flüchtlingskrise“ 2015 bereitete die Verteilung der Geflüchteten auf die unterschiedlichen EU-Länder große Schwierigkeiten. Seitdem wurden viele Vorschläge zur Verbesserung der Situation vorgestellt – wie unterscheiden sich diese Vorschläge von euren Ideen? Wie könnte ein faires Verteilungssystem aussehen? Welche Anreize müssten geschaffen werden, damit euer Vorschlag sowohl von den EU-Staaten als auch der Bevölkerung positiv aufgenommen wird? Analysiert bestehende Vorschläge und entwickelt einen optimierten Lösungsansatz, der aus der Gesellschaft kommt („bottom-up“ Ansatz).

Auswirkungen des Klimawnadels
The World Bank (2019). “Climate Change”, available at: https://www.worldbank.org/en/topic/climatechange/overview (accessed on October 4, 2019).
European Commission (2019). “Climate change consequences”, available at: https://ec.europa.eu/clima/change/consequences_en (accessed on October 4, 2019).

Das Konzept der “Klimamigration” und des “Klimaflüchtlings”:
European Parliament (2019). “The concept of ‘climate refugee’. Towards a possible definition, available at: http://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/BRIE/2018/621893/EPRS_BRI%282018%29621893_EN.pdf (accessed on October 4, 2019).

Klimamigration (Erwatungen und Vorhersagen):
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2019). „Migration und Klima “, available at: https://www.bmz.de/de/themen/klimaschutz/Migration-und-Klima/index.html (accessed on October 4, 2019).
Bundeszentrale für politische Bildung (2019). Kurzdossier: “Migration und Klimawandel”, available at: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/282302/migration-und-klimawandel (accessed on October 4, 2019).
Greenpeace (2017). “Klimawandel, Migration und Vertreibung. Die unterschätzte Katastrophe“, available at: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20170524-greenpeace-studie-klimawandel-migration-deutsch.pdf (accessed on October 4, 2019).
Rigaud, K. K. et al (2018). “Groundswell: Preparing for Internal Climate Migration”, World Bank, Washington DC, available at: https://www.pik-potsdam.de/news/in-short/worldbank-report-with-pik-climate-change-can-trigger-migration-of-millions (accessed on October 4, 2019)
Borderon, M. et al. (2019). “Migration influenced by environmental change in Africa: A systematic review of empirical evidence”, Demographic Research 41(18): 491-544-. Available at: https://www.demographic-research.org/volumes/vol41/18/41-18.pdf (accessed on October 4, 2019).

Integration von Migranten – Wichtige Aspekte und Herausforderungen:
Brücker, H. et al. (2016). IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten: Flucht, Ankunft in Deutschland und erste Schritte der Integration“, IAB Kurzbericht No. 24/2016, available at: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/158500/1/kb2016-24.pdf (accessed on October 4, 2019).
Bach, S. et al. (2017). „Investitionen in die Integration der Flüchtlinge lohnen sich“, DIW-Wochenbericht 84(3): 47-58, available at: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/149852/1/877614865.pdf (accessed on October 4, 2019).

Willkommenskultur:
Julia Blocher (2019). „For Climate Change and Migration, Youth Have the Answers!”, TEDxLUISS, available at: https://www.pik-potsdam.de/research/futurelabs/social-metabolism-and-impacts/blog/tedx-talk-for-climate-change-and-migration-youth-have-the-answers (accessed on October 4, 2019).
Helbling M. and D. Meierrieks “Globus in Bewegung: Klima und Migration”, IN TOUCH – 50 Jahre WZB: 48-49, available at: https://wzb.eu/de/pressemitteilung/klimawandel-und-migration (accessed on October 4, 2019).
Kober, U. and O. Köseman (2019). “Willkommenskultur zwischen Skepsis und Pragmatik. Deutschland nach der „Fluchtkrise“, Bertelsmann Stiftung, available at: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Migration_fair_gestalten/IB_Studie_Willkommenskultur_2019.pdf (accessed on October 4, 2019).

Vorschläge zur EU Flüchtlingsaufteilung :
Statistiken:
Europäisches Parlament (2019). „Gibt es eine Willkommenskultur in Europa?“, Inforgrafik, available at: https://www.europarl.europa.eu/infographic/welcoming-europe/index_de.html#filter=2018 (accessed on October 4, 2019).
Eurostat (2019). „Statistiken zu Wanderungen und Migrantenbevölkerung“, available at: https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Migration_and_migrant_population_statistics/de (accessed on October 4, 2019).
https://www.deutschlandfunk.de/fluechtlinge-in-der-eu-ringen-um-eine-faire-verteilung.724.de.html?dram:article_id=380436

Politik Vorschläge:
Altemeyer-Bartscher, M. et al. (2016). „On the Distribution of Refugees in the EU“, Intereconomics 51(4): 220-228. Available at: https://archive.intereconomics.eu/year/2016/4/on-the-distribution-of-refugees-in-the-eu/ (accessed on October 4, 2019)
Rasche, L. (2019). “The EU’s Relocation Puzzle: Exploring Ways out of the Solidarity Impasse”, Policy Paper, Jacques Delors Institute, Berlin. Available at: https://www.delorsinstitut.de/2015/wp-content/uploads/2019/05/20190529_GEAS-Reform_Rasche.pdf (accessed on October 4, 2019)

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer der YES!-Teams und Autoren des Themenvorschlags:

Carla Rhode

Foto: ifo

Carla Rhode ist als Datenbankspezialistin seit Mai 2017 am ifo Zentrum für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung tätig. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Institutionenvergleich und Politikberatung zum Thema Migrationsökonomik.

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Foto: ifo

Carla Rhode ist als Datenbankspezialistin seit Mai 2017 am ifo Zentrum für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Migrationsökonomie, Erziehungs- und Entwicklungsökonomie.

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Tanja Stitteneder

Tanja Stitteneder ist als Datenbankspezialistin seit März 2018 am ifo Zentrum für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung tätig. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Institutionenvergleich und Politikberatung zum Thema Migrationsökonomik.

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Tanja Stitteneder ist als Datenbankspezialistin seit März 2018 am ifo Zentrum für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Migrationsökonomie und Makroökonomie.

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Julia Schricker

Foto: (c) ifo Institut

Julia Schricker arbeitet als Fachreferentin am ifo Institut im Zentrum für Industrieökonomik und Neue Technologien. Sie beschäftigt sich u.a. mit Agrarmärkten und landwirtschaftsnahen Umweltthemen.

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Wolfgang Auer

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Wolfgang Auer arbeitet als Referent am Vorstand des ifo Instituts. Seine Schwerpunkte liegen dabei u.a. im Bereich Wissenstransfer und ökonomische Bildung. Davor hat er zu den Auswirkungen von ökonomischer Unsicherheit auf Haushaltsentscheidungen promoviert.

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2019-11-07T22:28:09+01:00