YES! - Thema 2020

Climate change is costly, but so is mitigation: What policies are most cost effective?

Laut UN-Generalsekretär António Guterres ist der Klimawandel “die systematischste Bedrohung für die Menschheit”. Seit Beginn der industriellen Revolution haben steigende Treibhausgasemissionen zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen, extremen Wetterereignissen und des Meeresspiegels geführt.

Trotz mehrerer UN-Klimakonferenzen haben die Regierungen die Ursachen und Folgen des Klimawandels nur zaghaft angegangen. Es gibt jedoch immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse, dass schnelles und entschlossenes Handeln erforderlich ist, um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen.

Ein Aufruf zum Handeln wird bekanntlich von der Fridays-for-Future-Bewegung ausgesprochen. Ausgelöst durch diese Bewegung hat sich die Bundesregierung kürzlich auf ein neues Klimaschutzprogramm geeinigt, das eine Vielzahl von Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen enthält.

Insbesondere bedient sie sich finanzieller Maßnahmen wie einer CO2-Steuer und Subventionen, aber auch nicht-finanzieller Maßnahmen wie energetischen Überprüfungen und Energieaudits. Die Maßnahmen betreffen direkt den Verkehrs-, Bau- und Agrarsektor. Sie umfassen eine Mischung aus Sanktionen und Ausgleichszahlungen für Bürger und Unternehmen, um klimafreundliches Verhalten zu fördern.

Es gibt mindestens drei potenzielle Mängel dieses Programms:
Zum einen ist fraglich, ob die darin enthaltenen Maßnahmen ausreichen, um die Treibhausgasemissionen Deutschlands zu reduzieren und die im Pariser Abkommen formulierten Ziele zu erreichen.
Zweitens kann der Klimawandel nur dann eingedämmt werden, wenn er global angegangen wird, was den Übergang von einseitigen Maßnahmen zu multinationaler Zusammenarbeit erfordert. Drittens sind Klimaschutzmaßnahmen mit Kosten verbunden, die armutsgefährdete Teile der Gesellschaft über höhere Energiekosten übermäßig belasten können, was eine angemessene begleitende Sozialpolitik zur Bewältigung von Verteilungseffekten erfordert.

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Stephan Sommer

Foto: (c) RWI

Stephan Sommer ist seit Dezember 2013 als Wissenschaftler im Kompetenzbereich „Umwelt und Ressourcen“ tätig. Er absolvierte sein Studium in „Management and Economics“ (Bachelor) und „Economics“ (Master) an der Ruhr-Universität Bochum und dem Colegio Universitario de Estudios Financieros in Madrid. Im Oktober 2018 wurde er an der Ruhr-Universität Bochum promoviert. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Verhaltensökonomik, der Angewandten Ökonometrie und der Umwelt-, Ressourcen- und Energieökonomik.

2019-11-22T11:50:53+01:00