YES! - Thema 2020

Big Data basierte Sozialkreditsysteme – Chancen, Herausforderungen und Lösungsansätze

In China entwickelt sich derzeit ein Sozialkreditsystem, dass auf der Erhebung und Auswertung großer Datenmengen (Big Data) basiert und darauf abzielt, die Vertrauenswürdigkeit von Menschen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen abzuschätzen. In ähnlicher Weise nutzen die großen Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley neueste Methoden der Datenerhebung und –Analyse, um menschliches Verhalten zu messen, vorherzusagen und zu beeinflussen. Für die staatlichen und privaten Akteure, welche über die großen Datenmengen und entsprechenden Analysemethoden verfügen, ergibt sich eine erhebliche ökonomische, politische und gesellschaftliche Machtposition. Gleichzeitig haben diese Entwicklungen tiefgreifende Auswirkungen auf das tägliche Leben der Bevölkerung. In einer komplett vernetzten Gesellschaft kann der individuelle Score bzw. das Profil großen Einfluss auf personalisierte Werbung und Produktvorschläge, angebotene Preise sowie den Zugang zu Jobs, Versicherungen und Krediten haben.

Vor diesem Hintergrund sollen die SchülerInnen z.B. die folgenden Fragen beantworten: Wie ist das Sozialkreditsystem aufgebaut?
Gibt es in den westlichen Ländern Parallelen?
Welche Methoden der Datenerhebung und –Analyse werden genutzt?
Welche Auswirkungen ergeben sich für jeden Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes?

Als Einstieg in das Sozialkreditsystem in China bietet sich
Creemers, R. (2018). China’s Social Credit System: An Evolving Practice of Control. Available at SSRN 3175792.

Einen Schwerpunkt auf die Aspekte der Privatsphäre findet man bei
Chen, Y., & Cheung, A. S. Y. (2017). The transparent self under big data profiling: privacy and Chinese legislation on the social credit system.

Einen Überblick über die Methoden der westlichen Tech-Konzerne und die gesellschaftlichen Auswirkungen bietet
Zuboff, S. (2015). Big other: surveillance capitalism and the prospects of an information civilization. Journal of Information Technology, 30(1), 75–89.

Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer des YES!-Teams und Autor des Themenvorschlags:

Axel Ebers

Axel Ebers studierte Wirtschaftswissenschaften (MSc) an der Universität Hannover. Nach seinem Abschluss arbeitete er im privaten und öffentlichen Sektor. Derzeit promoviert er am Institut für Wirtschaftspolitik der Leibniz Universität Hannover (LUH) mit den Forschungsschwerpunkten Kriminalprävention, Digitale Medien und Verhaltensökonomie. Darüber hinaus ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Center für Wirtschaftspolitische Studien (CWS).

YES!-Themen von Axel Ebers

2019-12-04T10:52:03+01:00