YES! - Thema 2019

Zugänge zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete

In den vergangenen Jahren sind über eine Million Menschen nach Deutschland gekommen, um Asyl zu beantragen. Es sieht momentan danach aus, als ob die meisten von ihnen in absehbarer Zeit nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren werden. Aus ökonomischer Sicht spricht vieles dafür, dass Menschen, die längerfristig in Deutschland leben werden, so schnell und gut wie möglich in den Arbeitsmarkt integriert werden sollten: Nur wenn Geflüchtete Arbeit haben, zahlen sie Beiträge in die Sozialkassen. Davon abgesehen sorgt eine Arbeitsstelle für höhere persönliche Zufriedenheit, einen schnellen Spracherwerb und Kontakte zu Einheimischen.

Neueste Zahlen belegen, dass zwar immer mehr Geflüchtete in Deutschland Arbeit finden (mittlerweile haben über 300.000 einen Job), der größere Teil aber nach wie vor große Schwierigkeiten hat, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei hat sich der deutsche Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt und machen sich Firmen zunehmend Sorgen darüber, wie sie auch in Zukunft genug Arbeitskräfte finden können. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, besser zu verstehen, welche Zugangswege zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete die besten Aussichten auf Erfolg haben und was die größten Hindernisse für Integration sind. Basierend auf den ersten Erfahrungen der letzten Jahre sind innovative Ansätze gefragt, wie die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Zukunft erfolgreich gestaltet kann.

Welche Akteure sind bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten von Bedeutung? Auf welche Weise können sie sich jeweils einbringen? Welche Akteure gibt es bei euch vor Ort?

In welchen Berufen arbeiten Geflüchtete? Welche Fähigkeiten werden dafür benötigt? Was bringen die Geflüchteten an Fähigkeiten aus ihren Heimatländern mit, die in Deutschland von Nutzen sein könnten?

Was sind die größten Hindernisse aus Sicht von Geflüchteten, eine Arbeit zu finden und was sind die größten Hindernisse aus Sicht von Firmen, Geflüchteten einzustellen?

Auf welche Art und Weise haben diejenigen Geflüchteten, die arbeiten, ihren Job gefunden? Über die Arbeitsagentur, über Freunde, über Praktika,…?

Welche Zuwanderergruppen sind auf dem Arbeitsmarkt besonders erfolgreich, welche haben es besonders schwer? Warum?

Welche Ansätze werden in anderen Ländern verfolgt? Funktioniert Integration anderswo besser und kann Deutschland davon lernen? Befördert oder behindert der vergleichsweise gute Zugang zu Sozialleistungen in Deutschland die Integration in den Arbeitsmarkt?

Welche Ideen habt Ihr zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten? Wie würdet ihr die Politik reformieren und was könnt Ihr vor Ort tun?

Hier ein paar Vorschläge, von wo aus man eine Recherche starten kann, die selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:

Zuverlässige Informationen zum Thema Fluchtmigration und Integration:

Bundeszentrale für politische Bildung:
Dossier zum Thema Migration: http://www.bpb.de/gesellschaft/
migration/dossier-migration/

OECD:
Vielfältige Infos und Studien zu Migration und Integration aus einer internationalen Perspektive: http://www.oecd.org/berlin/
themen/migration-integration/

Eine gute Übersicht zu Deutschland: http://www.oecd.org/berlin/
publikationen/Arbeitsmarktintegration
-von-Fluechtlingen-in-Deutschland-2017.pdf

Bundesagentur für Arbeit:
Bietet die zuverlässigsten Zahlen zu Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt
Ein guter Überblick über Daten zu Fluchtmigration und Integration: https://statistik.arbeitsagentur.de/
Statischer-Content/Statistische-Analysen/
Statistische-Sonderberichte/
Generische-Publikationen/Fluchtmigration.pdf

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Monatlicher Zuwanderungsmonitor analysiert Zuwanderung, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit von verschiedenen Migrantengruppen https://www.iab.de/de/
daten/zuwanderungsmonitor.aspx

Weitergehende Analysen zur Arbeitsmarktintegration, z.B. https://www.iab.de/de/
informationsservice/presse/
presseinformationen/kb2518.aspx

Wichtige Institutionen für die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen:

BAMF: Ist nicht nur für Asylanträge, sondern auch für Integrations- und Sprachkurse zuständig: http://www.bamf.de

Bundesagentur für Arbeit: Hilft Menschen, die sich auf Arbeitssuche befinden und hat viele Angebote, an denen Flüchtlinge teilnehmen können: https://www.arbeitsagentur.de/fuer-menschen-aus-dem-ausland

Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“: Ein Zusammenschluss von Unternehmen, die Flüchtlinge beschäftigen. Auf der Website bietet das Netzwerk vielfältiges verständliches Infomaterial aus Unternehmensperspektive. https://www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de/

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB): Setzt sich für die Rechte von Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt ein und bietet Informationen zu deren Arbeitsmarkintegration:
http://www.dgb.de/extra/fluechtlinge

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Wissenschaftlicher Partner:

Betreuer der YES!-Teams und Autoren des Themenvorschlags:

Katrin Sommerfeld

Dr. Katrin Sommerfeld ist seit 2017 für den ZEW-Forschungsbereich „Arbeitsmärkte und Personalmanagement“ tätig und ist Ansprechpartnerin für den Forschungsschwerpunkt „Arbeitsmarktintegration und Immigration”. Sie beschäftigt sich mikroökonometrisch insbesondere mit Fragen der Migrationsforschung am Beispiel der aktuell großen Zahl an fliehenden Menschen, die nach Deutschland und Europa kommen. Ihre Promotion zum Thema „Wage Inequality and Employment in the German Labor Market“ schloss sie im Jahr 2013 erfolgreich ab.

YES!-Themen von Katrin Sommerfeld

Paul Berbée

Paul Berbée ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im ZEW- Forschungsschwerpunkt „Arbeitsmarktintegration und Immigration“ tätig. Er beschäftigt sich insbesondere mit der Integration von Migranten/-innen und den Auswirkungen von Zuwanderung auf europäische Arbeitsmärkte. Seine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Arbeitsmarktökonomie, Migration und Entwicklungspolitik. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er im Jugendbeschäftigungsprogramm der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) in Genf.

YES!-Themen von Paul Berbée

2018-12-06T10:12:46+00:00